Eine verschlafene Provinzhauptstadt an drei Postkartenbuchten — tempelgekrönte Berge, eine Uferpromenade voller Seafood-Restaurants, und mit dem Zug nur eine gemütliche Stunde nördlich von Ban Krut.
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Prachuap Khiri Khan ist die Hauptstadt der Provinz, zu der auch Ban Krut gehört — und fühlt sich doch kein bisschen nach Verwaltungsstadt an. Sie liegt an einem Küstenbogen, an dem sich drei Buchten — Ao Noi, Ao Prachuap und Ao Manao — eine nach der anderen unter Kalksteinhügeln entlangziehen, mit Fischerbooten vor der Küste und einem Tempel auf dem Berg über dem Hafen. Es ist eine der schönsten Stadtlagen der gesamten Golfküste, und erstaunlich wenige ausländische Besucher machen hier je Halt.
Von Ban Krut aus ist es der perfekte Tagesausflug: eine Stunde mit dem Zug nach Norden, ein Spaziergang über die Promenade, Mittagessen über dem Wasser, die 396 Stufen auf den Spiegelberg für alle, die sich fit fühlen, und der Nachtmarkt vor dem Abendzug zurück. Oder man bleibt eine Nacht — am schönsten ist die Stadt, wenn die Tagesausflügler abgereist sind.
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Der Zug ist der naheliegende Weg nach Norden: Jeder Zug in Richtung Norden hält von Ban Krut aus in Prachuap Khiri Khan, und die Fahrt dauert etwa eine Stunde — entlang des schmalen Streifens Thailand zwischen den Bergen und dem Meer. Der Bahnhof liegt nur wenige Gehminuten vom Ufer entfernt, ein Anschlusstransport ist also nicht nötig.
Mit dem Auto ist es eine unkomplizierte gute Stunde die Phetkasem Road (Highway 4) hinauf, dann ein paar Kilometer nach Osten in die Stadt. Auch die Minivans der Strecke Bangkok–Bang Saphan halten in Prachuap — nach dem Stadtzentrum fragen, nicht nach der Kreuzung am Highway.
Günstige Bummelzüge der dritten Klasse fahren diese Strecke für eine Handvoll Baht; vor der Abfahrt die Rückfahrzeiten prüfen, denn abends kann die Lücke zwischen den Zügen Richtung Süden lang sein.

396 Stufen führen durch Frangipani-Bäume hinauf zu einem kleinen Tempel mit riesigem Blick über alle drei Buchten. Die Makaken hier sind dreist — wer nichts Loses bei sich trägt, wird in Ruhe gelassen.

Die schönste der drei Buchten liegt auf dem Luftwaffenstützpunkt Wing 5: Ausweis am Tor zeigen, und man ist drin. Sauberer Sand, ruhiges Wasser, Schatten unter Kasuarinen und günstige Somtam-Stände — ein Liebling thailändischer Familien.

Die Uferfront der Ao Prachuap ist wie gemacht für langsame Abende: ankernde Fischerboote, Tintenfisch auf Trockengestellen und eine Reihe von Open-Air-Seafood-Restaurants, in denen das Abendessen vom Rauschen der Gezeiten begleitet wird.

Fünfundvierzig Minuten nördlich liegt der 'Berg der dreihundert Gipfel' — ein Küstenpark aus Kalksteinfelsen, Sümpfen und leeren Stränden, der sich mit dem Auto leicht mit Prachuap an einem Tag verbinden lässt.

Im Khao Sam Roi Yot führen eine kurze Bootsfahrt und ein schweißtreibender halbstündiger Aufstieg zu einer Dolinenhöhle mit einem königlichen Pavillon, den am späten Vormittag ein Sonnenstrahl erleuchtet — eines der meistfotografierten Motive Thailands.

Der Zug dritter Klasse ab Ban Krut ist der halbe Spaß: surrende Ventilatoren, offene Fenster, Verkäufer mit gegrilltem Hähnchen und Klebreis, während draußen die Küste vorbeizieht. Hin und zurück kostet weniger als ein Kaffee.
Prachuap ist eine echte Fischerstadt — und isst auch so. Die Restaurants am Ufer der Ao Prachuap servieren, was die Boote am Morgen gebracht haben: gegrillte Garnelen, gedämpften Wolfsbarsch mit Limette und Chili, Krabbe in gelbem Curry — zu Preisen, neben denen Hua Hin teuer wirkt.
Unbedingt den getrockneten und gegrillten Tintenfisch probieren, eine lokale Spezialität, die entlang der Promenade verkauft wird — und den Tag auf thailändische Art beginnen: mit einer Schüssel Reissuppe oder einem starken Kaffee in einem der alten Shophouse-Cafés nahe dem Bahnhof.

Jeden Abend füllt sich der Nachtmarkt nahe dem Zentrum mit Grillrauch und Nudelwagen — klein genug, um ihn in einer halben Stunde zu erkunden, gut genug, um dort das ganze Abendessen zusammenzustellen. Und er ist herrlich lokal: Schulkinder, Familien, Fischer, die von den Booten kommen.
Am Wochenende kommt am Ufer eine Walking Street mit Kunsthandwerk, Livemusik und noch mehr Essensständen dazu, und der Frischemarkt nahe dem Bahnhof zeigt ab dem Morgengrauen den Fang des Tages und Berge von Obst.

Die Hotels in Prachuap sind einfach, freundlich und günstig — dies ist eine Stadt der Gästehäuser und kleinen Uferhotels, nicht der Resorts. Wer nahe der Promenade wohnt, erreicht alles zu Fuß.
Kleine Mittelklassehotels entlang der Ao Prachuap bieten den Sonnenaufgang über der Bucht und die Seafood-Restaurants direkt vor der Tür — unbedingt ein Zimmer mit Meerblick buchen, der Aufpreis ist minimal.
Hölzerne Shophouse-Gästehäuser in den Straßen hinter der Promenade sind die günstigsten Betten der Stadt — familiengeführt, mit Leihfahrrad und handgezeichneter Karte inklusive.
Auf dem Luftwaffenstützpunkt gibt es im Wing-5-Areal einfache Unterkünfte direkt am besten Strand — ruhig, sicher und wunderbar skurril, auch wenn man fürs Abendessen in der Stadt fahrbaren Untersatz braucht.
Schritt-für-Schritt-Guides für alle Verbindungen an diesem Abschnitt der Golfküste.